
„Stell dir vor, du wohnst im letzten Dorf in Afrika. Dort gibt es keinen Laden. Du hast ein großes Bedürfnis zu malen. Wie kommst du dort zu Farben?“
Die erste Überlegung der Kinder war, dass aus Blättern grüne Farbe gewonnen werden kann. Da wir im Frühsommer malen wollten, dachten die Kinder an Kirschen und Erdbeeren und sogar an Blut. Sie lernten, dass Blut ist ein sehr starker Farbstoff ist, der sich ohne spezielle Waschmittel nicht mehr aus den Kleidern entfernen lässt.
Eine mitgebrachte rote Beete war den Kindern nahezu unbekannt. Sie dachten, es wäre eine Zwiebel. Die Kinder konnten jedoch sehr schnell erkennen, dass die Rote Beete ihren Namen zurecht hatte. Geschält, geschnitten und mit heißem Wasser übergossen, löste sich schnell ein intensiv roter Farbstoff.
Frau Mulas unterteilte die Herkunft der Pigmente in zwei Gruppen:
a) Pigmente, die von unter der Erde kommen, z. B. Metalle (Kobald – blaue Farbe, Kupfer – grüne Farbe) und Steine (Ton, Terra Cotta).
b) Pigmente, die von über der Erde kommen (Lavendel, Paprika, Gras, Tomaten,..)
Die Herstellung der Farben fand wie folgt statt:
Mit Ei, Quark, Milch, Sahne oder Öl wurden die Pigmente verdünnt und gebunden (durch die Caseine der Eiweißprodukte). Bologneser Kreide machte die Farbe weich und geschmeidig.
„ Können die Farben dann auch schlecht werden, mit den Eiern und der Sahne?“, fragte ein Schüler. Eine berechtigte Fragen, denn für die Konservierung der Farben brachte Frau Mulas Kampferöl mit. Sie besprach mit den Kindern, dass auch Eukalyptusöl, Pfefferminzöl, also sämtliche ätherische Öle den Bakterien keine Chance geben und somit die Farben nicht schlecht werden können.
Um schöne Farben zu erhalten musste jedes Kind ein Farbglas lange schütteln oder rühren. Dies erforderte von den Kindern Geduld.
Einzelarbeit:
Jeder Schüler erhielt eine sehr dünne Holzplatte, die er nach einer intensiven Besprechung über die verschiedenen Muster in Afrika, nach seinem Geschmack individuell gestalten durfte. Die Muster wurden mit Kohle vorgezeichnet und mit Fingern oder Pinsel ausgemalt.
Die Frage: „Ist das jetzt gut so“ wurde wie folgt beantwortet: „Wenn du es gut so findest, ist das auch gut so. In Afrika malt jedes Kind wie es ihm am besten gefällt. Da gibt es niemanden der sagt, dass es anders gemalt werden muss.“
Gruppenarbeit:
In Vierergruppen sollten sich die Kinder auf ein Gestaltungsmotiv (Muster oder Tiere oder beides kombiniert) und auf die Farbauswahl einigen. Große Halbkreise mit eingeschnittenem Rand wurden großflächig mit Skorpionen, anderen Tieren und Mustern gestaltet.
Diese Holzplatten sollten zusammen mit der Gruppenarbeit einen afrikanischen „Dorfeingang“ zu unserem Klassenzimmer bilden. Er ist wunderschön geworden und duftet noch heute nach Curry und Kurkuma.

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